MARCELLE CAHN
Geboren 1895 in Straßburg, gestorben 1981 in Neuilly-sur-Seine.
Ihre Ausbildung folgte der Entwicklung der Malerei jener Zeit: Sie studierte in Berlin beim expressionistischen Meister Lovis Corinth, anschließend in Paris bei den Nabis und besuchte Kurse an der Académie Moderne im Atelier von Fernand Léger und Amédée Ozenfant. Hier wagte sie den Sprung zur Abstraktion und entwickelte einen persönlichen Stil, der geometrische Strenge und Sensibilität vereinte. 1929 wurde sie Mitglied der Künstlergruppe Cercle et Carré, die sich für Abstraktion und Geometrie im Gegensatz zu den Irrationalitäten des Surrealismus einsetzte. Sie freundete sich mit Jean Arp an, lernte dort Mondrian kennen und nahm an dieser pulsierenden Pariser Kunstszene teil. Nach dem Krieg stellte sie regelmäßig ihre abstrakten Kompositionen im Salon des Réalités Nouvelles aus. In dieser Zeit prägte sie ihren bis heute charakteristischen Stil: Gemälde mit weißem Grund, durchzogen von einem Spiel aus Linien oder erhabenen Formen; In dieser Zeit entstanden auch ihre erstaunlichen Collagen aus Alltagsmaterialien: Briefumschlägen, Etiketten, Fotografien, Postkarten, Aufklebern,...
Anfang der 1960er-Jahre schuf sie ihre ersten „räumlichen“ Skulpturen aus im Raum gegliederten Flächen. Bis zu ihren letzten Lebensjahren arbeitete sie unermüdlich an ihrer Kunst und experimentierte stets in der Abgeschiedenheit ihres Ateliers. Marcelle Cahn hegte den tiefen Wunsch, sich von der Welt zurückzuziehen und widmete ihr Leben ihrer Kunst, indem sie sogar ihr Privatleben aufgab. Sie lehnte auch ihre bürgerliche Herkunft ab und lebte bescheiden und zurückgezogen am Rande der Gesellschaft. Ihre treuen Freunde, darunter Gottfried Honegger, Imre Pan und Serge Lemoine, unterstützten sie und initiierten zahlreiche Projekte zur Förderung und Verbreitung ihres Werkes.
Auswahl der Hauptausstellungen
2006 Von Monet zu Boltanski, Magnani-Stiftung, Parma, Italien
2007/2008 Hafenmeisteramt von La Grande Motte
2008/2009 Museum Luxemburg, Paris
2009 Messmer Stiftung, Riegel, Deutschland
2010/2011 Ursulinenmuseum, Mâcon
2023 – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Straßburg / Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Saint-Étienne / Museum der Schönen Künste, Rennes
Werke in Museen und öffentlichen Sammlungen
Städtische Kindertagesstätte von Paris
Museum für Kunst und Geschichte, Cholet, Frankreich
Museum von Grenoble, Frankreich
Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Straßburg, Frankreich
Sammlung Berardo, Lissabon, Portugal