Henri Prosi

HENRI PROSI

Geboren 1936 in Metz, gestorben 2010.

Henri Prosi arbeitet mit dem Raster und verwendet die drei Primärfarben Schwarz und Weiß. Sein Ansatz ähnelt einer barocken Ästhetik; er nutzt Bewegung, Ungleichgewicht, Asymmetrie und Fragmentierung, um eine zentrifugale Kraft auszudrücken. Die Konstruktion ist streng, verbirgt sich aber hinter einer Instabilität, die an das Unendlich Kleine oder das Unendlich Große erinnert – an eine Art schwebende, angehaltene Zeit. Indem er mit dem Raum der Leinwand, dem Relief, spielt, führt Henri Prosi eine Dimension ein, die der Anordnung und dem Rhythmus des Vordergrunds widerspricht, ähnlich der Synkopierung im Jazz oder bestimmten Modulationen in der zeitgenössischen Musik.

Auszug aus einem Text von Bernard Fauchille

Sein Werk lässt sich, in seinen eigenen Worten, formal als Erforschung von „Strukturen“, „Figuren“ und „Konturen“ verstehen. Intelligenter als jede Grafiksoftware, verstand er es, die Gesetze der Malerei neu zu definieren. Jedes seiner Werke schuf eine neue Verbindung von Fülle und Leere, Präsenz und Abwesenheit. Er war ein Meister der kombinatorischen Abstraktion, die er konstruierte und mit der er spielerisch experimentierte. Subtil und nachhaltig gelang es ihm, eine andere Verteilung der Sinne zu beschreiben und uns zu zeigen, dass Kunst ein Spiel und ein Vergnügen bleibt, dem sich nur die Ernsthaftesten wirklich hingeben können.

Auszug aus einem Text von Jack Ferrand (2010)

Ein erneuter Blick in das Atelier des Malers veranlasste uns, Werke aus den 1970er und 80er Jahren zu präsentieren. Die Wiederbetrachtung dieser Arbeiten mit ihren gebrochenen Linien, den ausgeschnittenen und zusammengeklebten Leinwänden, mal gespannt, mal ungespannt, ist von ihrer Lebendigkeit überwältigt. Und doch ist die Struktur vorhanden, die Schnitte sind sauber und ordentlich, selbst in der Montage auf der Leinwand, trotz des Linienwirrwarrs. Dieses lebendige Ganze zieht den Blick magisch an und weckt ihn. Wir verweilen länger, um zu erfassen, was vor unseren Augen tanzt. Prosi war ein dynamischer und energiegeladener Mensch, stets in Bewegung.

Domitille d'Orgeval beschreibt hier treffend sein Werk und den Künstler: „Seit seinen Anfängen Mitte der 1960er-Jahre näherte sich Henri Prosi der Geometrie nicht, weil er sie als Verkörperung einer moralischen Wahrheit oder einer absoluten geometrischen Ordnung sah, sondern vielmehr wegen ihrer vitalen Dimension. Über seine frühen geometrischen Gemälde sagte der Künstler: ‚Da ist eine dynamische Handlung, etwas geschieht. Für mich wird es lebendig. Wie Menschen, die einander auf der Straße begegnen, wie das Leben selbst.‘ Diese Dynamik, die auf der Dialektik der Beziehung beruht, prägt das gesamte Werk des Künstlers.“ Prosi erforschte ihre unendlichen Möglichkeiten mit einer erstaunlichen Erneuerungskraft und untersuchte nacheinander die Wirkung von Farben (reduziert auf Primärfarben und Schwarz und Weiß), Rechtecken, Quadraten, Vertikalen und Horizontalen, Körpern und Leerräumen, wobei er jedes Mal einen bestimmten Aspekt des Werkes hervorhob, sei es seine Struktur, seine Oberfläche oder seine Konturen

Auszüge aus dem Text der Ausstellung „Revisiting Henri Prosi“ 2018

Werke in Museen und öffentlichen Sammlungen

Nationalfonds für zeitgenössische Kunst, Paris

Arithmeum, Bonn, Deutschland

Leshot Foundation, Schweiz

Mondriaanshuis, Amersfoort, Niederlande

Museum für zeitgenössische Kunst, Ingolstadt, Deutschland

Auswahl der Hauptausstellungen

2007 Château de Tours

2008 Kloster der Minims, Perpignan

2009 Stattgalerie Klagenfurt, Österreich

© 2010 Messmer Stiftung, Riegel, Deutschland

2010 Sens Museum

2011 The Arts Road, Courgé, Frankreich

2018 Revoir Henri Prosi, Galerie Lahumière, Paris, Frankreich


Eine Auswahl der im Shop erhältlichen Werke

Eine Auswahl an Drucken ist im Shop erhältlich

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Yves Popet

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Sigurd Rompza