Gewichte und Maße
Zeichnungen und Skulpturen von Bildhauern
Bauduin, Etienne Béothy, Jean-Gabriel Coignet, Nathalie Delasalle, Emile Gilioli, Jean Gorin, Timo Nasseri, Denis Pondruel, André Stempfel.
Vom 8. März bis zum 30. April 2014
Die Zeichnung eines Bildhauers ist deshalb so interessant, weil sie den Ursprung reiner Form darstellt; sie ist das Forschungslabor des Bildhauers. Dort erwägt er die Dimensionen, das Material, aus dem er das Volumen gestalten will, und oft führt eine Zeichnung zur nächsten, und aus diesen Entwicklungen entstehen neue Formen, wie im Werk von Jean-Gabriel Coignet. Es gibt sogenannte klassische Vorstudien, wie jene von Étienne Béothy (1887–1961) oder Émile Gilioli (1911–1977), die mit Details versehen sind, aber auch die fertige Zeichnung für ein zukünftiges Projekt, das 1954 in Nancy realisiert wurde, wie etwa das Werk von Jean Gorin (1899–1981), das auf der Einladungskarte abgebildet ist.
Und dann gibt es noch die parallele Arbeit des Zeichnens, die innerhalb der künstlerischen Praxis des Bildhauers eine ganz eigene Bedeutung hat. Timo Nasseri beispielsweise konstruiert seine Zeichnungen, indem er mathematische Formeln arabischen Ursprungs erforscht.
Nathalie Delasalle, eine Bildhauerin, die mit Weiß arbeitet, fertigt Collagen aus Papier in verschiedenen Weißtönen an und setzt sich in ihren Ausschnitten unmittelbar mit der Form auseinander. Denis Pondruel enthüllt das verborgene Antlitz seiner Betonwürfel, ihre innere Architektur, durch seine axonometrischen Zeichnungen. André Stempfel bereitet die Bewegung seiner Werke in gezeichneten Sequenzen vor oder verleiht ihr in seinen Papierschnitten Form.
Für Bauduin schließlich wird das Zeichnen zur Poesie – für diesen Zeiterfasser, der in seinem Werk vieles misst und abwägt.
Dies sind die vielen Facetten der Zeichnung des Bildhauers, die Sie bis zum 30. April in der Galerie entdecken können.