KUNST BASEL 2026
Jo Delahaut, Georges Folmer, Gottfried Honegger, Jean Leppien, Fritz Levedag, Vera Molnar, Aurelie Nemours, Alan Reynolds, Hans Steinbrenner, Victor Vasarely, Yvaral
Vom 18. bis 21. Juni 2026
Halle 2.0, Stand G07
Schwarz steht dir so gut
Schwarz ist Eleganz, eine Farbe, die sich jeder Kategorisierung entzieht, ein subtiles Element, das schmückt und doch zeitlos bleibt, ein Urton. Eine Nicht-Farbe, die Summe aller anderen, offenbart sie das Licht, definiert Formen und hebt Kontraste hervor. Viele Künstler haben mit Schwarz experimentiert: Manche fanden darin Reinheit und Einfachheit, andere sahen darin einen Weg, zum Kern der Sache vorzudringen. Wie Matisse sagte: „Schwarz ist eine Farbe für sich, die alle anderen zugleich umfasst und verzehrt.“
Jeder Künstler interpretiert es auf seine Weise: Victor Vasarely verleiht ihm Dynamik, Aurélie Nemours steigert es mit jedem Pinselstrich, Jo Delahaut strukturiert es, Jean Leppien konfrontiert es, während Gottfried Honegger es erhellt. Hans Steinbrenner formt es, Fritz Levedag und Alan Reynolds geben ihm Rhythmus, Georges Folmer komponiert es, Yvaral belebt es, und Vera Molnar moduliert es. Hier ein kurzer Überblick über die Werke all dieser Künstler, die an unserem Stand präsentiert werden, wo Schwarz zu einem beinahe instinktiven visuellen Abenteuer, aber auch zum Gefühl des Absoluten wird.
In Jo Delahauts Werk (1911-1992) fungiert Schwarz als Rahmen: Seine kraftvollen Konturen umgeben explodierte geometrische Formen und lassen so die Farbe im Hintergrund hervortreten, um die Leinwand rhythmisch und räumlich zu gestalten.
Für Georges Folmer (1895–1977) ist die Oberfläche des Gemäldes nicht bloß ein Bildträger, sondern ein von innerer Dynamik strukturierter Raum: Spannungen sind in ihr organisiert und lenken den Blick des Betrachters aktiv durch ein Gefüge ineinandergreifender Flächen. Diese vom Kubismus geprägte Logik findet sich auch in seinen Skulpturen wieder, in denen die Form aus der Anordnung von Fragmenten und zusammengesetzten Flächen entsteht.
Gottfried Honegger (1917–2016) spielt mit den Assoziationen zwischen verschiedenen Schwarztönen, um eine lebendige und fesselnde Oberfläche zu schaffen. In seinen Reliefs verstärken die durchscheinenden Wandflächen diese architektonische Konstruktion, in der die Formen im Gleichgewicht zu stehen und miteinander in Dialog zu treten scheinen.
Für Jean Leppien (1910–1991) liegt der Schlüssel im Zusammenspiel der Farbtöne: Schwarz wirkt sowohl anziehend als auch kontrastierend. Die Leinwand erscheint ihm jedoch als Grenze, die nach einem größeren, grenzenlosen Raum verlangt, wie nach flüchtigen Spuren am Himmel, etwa Kondensstreifen von Flugzeugen – eine Intuition, die sich besonders in seiner „UFO“-Serie widerspiegelt.
Fritz Levedag (1899–1951) erforschte mit Graphit die plastischen Möglichkeiten von Schwarz, Weiß und verschiedenen Grautönen. Durch die Gegenüberstellung und Wiederholung geometrischer Formen schuf er ein Spiel visueller Spannungen, in dem kontrastierende Töne einen oszillierenden Rhythmus erzeugten: Manche Elemente schienen hervorzutreten, während andere in den Hintergrund traten – ein subtiler Tanz von Erscheinen und Verschwinden.
Vera Molnar (1924–2023) erforschte Wiederholung und Variation in Schwarz-Weiß. Durch die Anwendung algorithmischer Regeln auf einfache Motive wie das Quadrat schuf sie Raster, in denen subtile Variationen und Verschiebungen eine latente Bewegung erzeugten. Dieser strukturierte Ansatz verlieh der Oberfläche ein leichtes Schimmern und verwandelte geometrische Strenge in ein dynamisches Werk, in dem Ordnung Unendlichkeit erzeugt.
Aurélie Nemours (1910–2005) verwendete eine raffinierte Bildsprache, in der Quadrate, Kreuze und Gitter auf flachen, neutralfarbigen Flächen angeordnet sind und durch ihre Vervielfältigung und Variation einen subtilen Rhythmus erzeugen. Diese geometrische Strenge wirkt keineswegs kühl, sondern schafft ein Gleichgewicht der Formen, das jedes Werk zu einem Ort der Meditation macht.
In von Alan Reynolds (1926–2014) wurde das orthogonale Gitter zu einem Feld der Erforschung der Dichte: Die Anwendung von Graphit auf Papier offenbart eine subtile Abstufung der Werte, wobei jedes Quadrat mit seiner eigenen Intensität vibriert.
Hans Steinbrenner (1928–2008) fügte geschnitzte Holzblöcke zusammen und stapelte sie zu einer imposanten vertikalen Struktur. Schwarze Beize dringt in die geschnitzten Texturen jeder Fläche ein und verbindet so die verschiedenen Elemente optisch. Diese Verschmelzung durch Farbe verwandelt die Anordnung einzelner Blöcke in eine einzige Form und erweckt den Eindruck eines monolithischen Ganzen, das aus einem einzigen Block geformt zu sein scheint.
In den Werken von Victor Vasarely (1906–1997), die durch eine strenge Schwarz-Weiß-Palette vereint sind, wird die Kraft des Kontrasts genutzt, um die Oberfläche zum Vibrieren zu bringen und Bewegung sichtbar zu machen. Diese Polarisierung ermöglicht einen starken Kontrast und eine Umkehrbarkeit der beiden Töne und trägt so zu einem Gefühl der Unruhe auf der Bildoberfläche bei. Die Kompositionen sind in Muster und Rastern angeordnet, in denen Linien, Kreise und Quadrate, die Rotation und Dehnung unterliegen, nicht länger bloße Figuren sind, sondern zu Kräften werden. Die Oberfläche beginnt sich zu bewegen und kündigt damit den Beginn der kinetischen Kunst an.
Schließlich Yvaral (1934–2002) 1960 mit der Entwicklung seiner „Planes-Espaces“ (Raumebenen), Reliefarbeiten, die die Wahrnehmung je nach Standpunkt des Betrachters verändern. Das Bild, das bei frontaler Betrachtung stabil ist, transformiert sich mit der Änderung des Blickwinkels. Durch den Einsatz von Relief und optischen Effekten macht Yvaral die Wahrnehmung zu einem fließenden und dynamischen Erlebnis.
Durch diese einzigartigen Ansätze macht jeder dieser Künstler Schwarz nicht zu einer Abwesenheit, sondern zu einer Präsenz: aktiv, lebendig, nachdenklich.