Gekreuzte Geometrien II
Nicholas Bodde, Isabelle de Gouyon Matignon, Antoine Perrot, Henri Prosi, Sigurd Rompza, Moon-Pil Shim
Vom 16. September bis zum 30. Oktober 2021
Wir laden Sie ein, den zweiten Teil unserer Trilogie „Gekreuzte Geometrien“ zu entdecken, der sechs weitere zeitgenössische Künstler der Galerie präsentiert. Die ausgewählten Werke entstanden in verschiedenen Schaffensphasen. Sie stehen in Wechselwirkung zueinander, überschneiden sich und spielen auf jeweils eigene Weise mit Geometrie und Farbe. Diese beiden für die Galerie charakteristischen Elemente sind das Ergebnis der künstlerischen Auseinandersetzung dieser Künstler. Dies zeigt, dass eine große Vielfalt die Bewegung der „geometrischen Abstraktion“, die bereits seit über einem Jahrhundert besteht, weiterhin nährt und erneuert. Sie bietet auch die Möglichkeit, in unserer heutigen Welt eine ruhigere Perspektive einzunehmen. Alles um uns herum bewegt sich in atemberaubendem Tempo; beim Betrachten dieser Werke werden wir dazu angeregt, innezuhalten und zu beobachten.
Henri Prosi (1936–2010) arbeitete mit dem Raster und verwendete die drei Primärfarben Schwarz und Weiß. Prosis Ansatz ähnelt eher einer barocken Sensibilität; er nutzt Bewegung, Ungleichgewicht, Asymmetrie und Fragmentierung, um eine zentrifugale Kraft auszudrücken.
Sigurd Rompza, Jahrgang 1945, betont, dass er – wie eine ganze Generation von Künstlern des 20. Jahrhunderts – die Betrachter aktiv in seine Werke einbezieht. Im Zentrum dieser Interaktion steht die Bewegung des Auges, das Gesehene im Raum zu analysieren.
Antoine Perrot, geboren 1953, bezieht sich auf eine Reihe kultureller Schichten, in denen die Tugenden der Abstraktion, die Distanziertheit des Minimalismus und der Zynismus des Pop mit Prozessen kollidieren, die in den Bereich der Bricolage oder der falschen Naivität einer Kunst fallen, die roh sein soll.
Moon-Pil Shim, Jahrgang 1958, zeichnet feine Linien auf die Schachteln; sie sind mit einem Stanzwerkzeug in die weiße oder farbige Plexiglasmasse eingraviert, fast unsichtbar, die Linien sind sauber. Nach der geraden Linie folgt die Kurve, der Kreis, in dem die Farbe nur noch schwach durchscheint.
Nicholas Bodde, Jahrgang 1962, ist von seiner Faszination für Farben getrieben und kreiert dabei unerwartete Kombinationen. Wie er selbst sagt: Wenn ein Bild gelingt, dann deshalb, weil es seine Eigenständigkeit erlangt hat und die Grenzen seines Ateliers verlassen kann. Seine Malerei ist kraftvoll, fast schon energiegeladen; seine Palette aus leuchtenden, teils grellen Farben unterstreicht die Vitalität, die von seinen Werken ausgeht.
Isabelle de Gouyon Matignon, geboren 1964, arbeitet hauptsächlich mit Metall und kreiert geometrische Strukturen. Ihre neueste Serie besteht aus perforiertem Blech, einer perfekt beherrschten Schweißtechnik, die durch den Materialcharakter der Werke einen Moiré-Effekt hervorruft und so geheimnisvolle Effekte erzeugt.