Art Basel

Auguste Herbin, Geneviève Claisse, Olle Baertling, Hans-Jörg Glattfelder, Ode Bertrand

Vom 14. bis 18. Juni 2023

Dieses Jahr widmen wir uns an unserem Stand der Periode des „Plastischen Alphabets“ von Auguste Herbin (1882–1960), die um 1942 begann. Dies war die letzte und prägendste Phase seines Schaffens; Arthur Rimbaud (1854–1891) verfasste ein Gedicht darüber, und Auguste Herbin malte es. Nur zwei Jahre trennen ihn von André Derain (1880–1954). Anders als Derain setzte Auguste Herbin seine Innovationskraft bis zum Ende seiner Karriere fort und eröffnete damit einer ganzen Generation von Künstlern wie Olle Baertling (1911–1981), Jo Delahaut (1911–1992), Jean Dewasne (1921–1999), Günter Fruhtrunk (1921–1982) und Victor Vasarely (1906–1997) neue Wege. Eine Reihe von Künstlern scharte sich um Herbin, darunter Geneviève Claisse (1935-2018), die auch die Autorin seines Werkverzeichnisses war.

1950 war Paris das Zentrum der geometrischen Abstraktion. Der Salon des Réalités Nouvelles unter der Leitung von Auguste Herbin genoss hohes Ansehen für seine Strenge und sein Engagement für diese Kunstform. Herbin hatte 1949 bei Lydia Conti erschienenes Buch „L’Art non figuratif non objectif“ (Die nicht-figurative, nicht-gegenständliche Kunst) verfasst. Darin legte er seine Gedanken zur Kunst dar und stellte den Menschen in den Mittelpunkt der Natur. Er erklärte, Farben entstammten der Natur, universelle Formen seien geometrische, für alle verständliche Gestalten, und der Künstler sei ein freier Schöpfer, wenn er ohne Hintergedanken und ohne Kalkül schaffe und sich so durch seine Werke der Gemeinschaft ganz darbringe: Herbins visuelle Sprache war geboren. Eine innovative, autonome und originelle Sprache, die der Malerei neue Wege eröffnete. Auguste Herbins Werk wird im März 2024 in einer Pariser Institution mit einer Retrospektive gewürdigt.
Die ausschließlich aus unserer über fast 40 Jahre zusammengetragenen Sammlung stammenden Werke wurden größtenteils für Einzel- und Museumsausstellungen ausgeliehen. Von einigen zeigen wir die Vorzeichnung, die Gouache und das fertige Gemälde.
Ergänzt wird diese Präsentation durch Werke von Künstlern aus seinem Umfeld, wie Geneviève Claisse und Olle Baertling.

Vergessen wir nicht unsere Zeitgenossen, die diese Tradition fortführen, insbesondere in der Schweiz. Unser treuer Künstler Hans-Jörg Glattfelder wird anwesend sein, begleitet von der Grande Dame der abstrakten Malerei, Ode Bertrand. Hans-Jörg Glattfelder wird im September in Paris mit dem Aurélie-Nemours-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis würdigt Künstler aller Disziplinen, deren Werk ein rigoroses künstlerisches Streben verfolgt. Glattfelders Auseinandersetzung mit der nichteuklidischen Ebene seit den 1970er Jahren hat ihn zu Werken geführt, deren visuelle Wirkung unsere Sehfähigkeit infrage stellt. Er irritiert uns mit kantigen Formen, die weder reine Rauten noch reine Rechtecke sind; er spielt mit unseren Fluchtpunkten in der Ebene.

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