SCHATTEN - LICHTER

Moon-Pil Shim und Sigurd Rompza

Vom 10. Januar bis Februar 2026

Eröffnungsempfang am 10. Januar von 18 bis 20 Uhr

Zum Jahresbeginn präsentieren wir eine Doppelausstellung mit Moon-Pil Shim und Sigurd Rompza. Zwei Werke von Moon-Pil Shim werden anlässlich des Korea-Jahres in Frankreich in Kürze in die Sammlung des Cernuschi Museums aufgenommen. Seine leuchtenden und sensiblen Arbeiten werden hier im Dialog mit denen von Sigurd Rompza präsentiert, einem bedeutenden deutschen Künstler der Konkreten Poesie, dessen Werk die grundlegenden Beziehungen zwischen Form, Farbe, Oberfläche, Licht und Raum erforscht. Rompza, der derzeit in der Galerie Moderne in Saarbrücken ausstellt, stellt seine Werke den Gedichten des Philosophen und Dichters Eugen Gomringer, dem Begründer der Konkreten Poesie, gegenüber.

Sowohl in Moon-Pil Shims als auch in Sigurd Rompzas Werk ist das Kunstwerk an der Wand verankert, in jenem vertikalen Raum, der den Blick des Betrachters mit seinem Körper verbindet. Bei Moon-Pil Shim erzeugen Farbschichten und Plexiglas einen schwebenden Raum: Die Farbe erscheint, weich, manchmal diffus, als schwebte sie zwischen zwei Atemzügen. Die Transparenz des Plexiglases filtert und mildert das Licht, verwischt mitunter die Konturen und lädt den Betrachter ein, sich zu nähern und die Tiefe zu erleben. In Rompzas Werk entspringt die Malerei der Wand in farbenfrohen Reliefs: Linien, Winkel, Neigungen und Volumen, die sich über die Oberfläche hinaus auszudehnen scheinen und mit Licht und Schatten in einer präzisen Spannung zwischen Fläche und Projektion spielen. Während Moon-Pil Shim die Oberfläche nach innen öffnet, projiziert Rompza sie nach außen; beide Künstler verlagern die Malerei hin zu einer physischen Erfahrung auf Augenhöhe, wo die Wahrnehmung von der Bewegung des Betrachters abhängt. Beide betonen eine leuchtende und konstruierte Frontalität, in der Malerei zur Präsenz wird, zwischen Erscheinung und Materie.