Ode Bertrand

Gegenwart

Vom 17. März bis zum 29. April 2017

Für Ode Bertrands erste Einzelausstellung in der Galerie präsentieren wir Werke aus den Jahren 1974 bis 2016. Unsere erste Zusammenarbeit begann 1989. Ich besuchte sie in ihrem Atelier, und sie vertraute mir an, dass sie viele Jahre lang getanzt hatte, bevor sie sich der Malerei widmete. Sie erzählte mir, dass ihre Werke nie größer sein würden als der Raum, den ihre Hand erreichen konnte.
Linie, Pinselstrich, Rhythmus – diese Elemente leiten ihre künstlerische Auseinandersetzung. Sie verschrieb sich sofort der geometrischen Abstraktion und beschritt diesen Weg ohne Zögern. Als Nichte von Aurélie Nemours und deren einzige Schülerin war sie lange zufrieden mit ihrem scharfen Blick für Details; Einsamkeit und Kontemplation prägten ihren Alltag in ihren frühen Jahren als Malerin.
Sie arbeitet, wie sie selbst sagt, in Serien; die Rückschläge in ihrem Schaffensprozess führen zum nächsten Bild, und die Serie endet, wenn ihr Blick nichts mehr überrascht. Farbe ist nicht ihr Credo, doch sie ist in ihren Werken immer wieder präsent und enthüllt oft die Linie, den Zwischenraum zwischen zwei Farben. Sie spricht von ihren Gemälden als Präsenzen, als dem, was bleibt, wenn alles andere entfernt ist; sie möchte, dass sie den Abdruck einer mystischen Präsenz tragen. Textur und Schichtung gehören nicht zu ihrer künstlerischen Praxis, doch einige ihrer Werke sind so bearbeitet, aber eher zur Verfeinerung der Tonwerte als zum Spiel mit Transparenz, denn Transparenz gibt es nicht. Sicher ist, dass wir weit entfernt von ästhetischer Prahlerei sind und dass diese Ausstellung den Betrachter zum Innehalten und Nachdenken anregen wird.