Kunst Paris

Félix del Marle, Victor Vasarely, Aurelie Nemours, Charles Bézie, Claude Pasquer, Ode Bertrand, Jean-François Dubreuil, Timo Nasseri, Jean-Michel Gasquet, Henri Prosi, Jean-Gabriel Coignet und Antoine Perrot

Vom 30. März bis 2. April 2017

Das Thema unseres diesjährigen Standes auf der Art Paris sind Geschichten in Schwarz und Weiß. Die Auswahl der Kunstwerke orientiert sich an diesem Thema und dem aktuellen Angebot der Galerie.
Ein uraltes physikalisches Prinzip besagt, dass Weiß alle Farben des Lichtspektrums umfasst, während Schwarz die Abwesenheit von Farbe und somit Schatten darstellt. In Anlehnung an unsere Ausstellung „Vibrate, Express, Build“, die mehrere Werke von Félix del Marle (1889–1952), Mitbegründer der Espace-Gruppe, zeigte, präsentieren wir ein historisch bedeutsames Werk, das den Moiré-Effekt der kinetischen Kunst veranschaulicht, der bereits 1910 in der Bildforschung auftauchte. Es handelt sich um eine Gouache aus dem Jahr 1929 mit dem Titel „Kinetic“. Umso bemerkenswerter ist es, wenn man bedenkt, dass Victor Vasarely (1906–1997) 20 Jahre später kinetische Werke in Schwarz-Weiß entwickelte. Aurélie Nemours (1910–2005), eine Meisterin der Schwarz-Weiß-Malerei, deren eindrucksvolles Diptychon „Inverse Proposition“, das wir vorstellen werden, uns eine Meisterklasse der Ölmalerei bietet.
Schwarz ist für manche Künstler das primäre Element, und Charles Bézie ist einer von ihnen. In seinem Werk gibt es nicht nur ein Schwarz, sondern eine Vielzahl von Schwarztönen, die er mit mathematischem Geschick in Konstruktionen erforscht, in denen die Dicke an die Textur der Leinwand selbst grenzt. Wer versteht den wahren Wert von Schwarz und Weiß als Farben besser als Claude Pasquer? Seine Werke beginnen als Partituren, die nach und nach mit Weiß oder Schwarz überdeckt werden, sodass der Hintergrund nur in dünnen Streifen auf der Oberfläche sichtbar bleibt. In einem anderen musikalischen Kontext bietet Ode Bertrand eine nuancierte Interpretation eines Scherzos. Die Auswahl der Werke von Jean-François Dubreuil, dem Gewinner des Aurélie-Nemours-Preises, konzentrierte sich auf eine Analyse des Alltagslebens, die ausschließlich anhand von Fotografien (die in seinem Werk schwarz sind) dargestellt wird.
Wir präsentieren Ihnen außerdem einige Werke von Timo Nasseri, einem in Berlin lebenden und arbeitenden Künstler iranischer Herkunft, mit dem wir bereits bei mehreren Gruppenausstellungen zusammenarbeiten durften. Er ist vor allem für seine Skulpturen und schimmernden Arbeiten bekannt. Jean-Michel Gasquet, der sich intensiv mit Farbe auseinandergesetzt hat, kehrt nun zu Schwarz-Weiß zurück; seine gesamte neueste Serie widmet sich der transparenten Form, die aus Weiß hervortritt. Entdecken Sie Henri Prosis Arbeit auf ungespannter Leinwand neu – eine Dekonstruktions- und Rekonstruktionsarbeit aus den 1980er-Jahren, bestehend aus einem großformatigen, auf ungespannter Leinwand montierten Werk.
Erwähnen möchten wir auch die Ausstellung „Necessary Reality“, die Jean-Gabriel Coignet und Antoine Perrot zusammenbrachte. Beide Künstler erforschten auf ihre Weise eine Forschung, die konkret im Alltag und der Realität verankert ist.
Wir freuen uns auf Ihr Wiedersehen,
Anne Lahumière und ihr gesamtes Team.