Jean-François Dubreuil und Jean d'Imbleval

Das Sichtbare und das Unsichtbare

Vom 18. März bis zum 30. April 2016

Jean-François Dubreuil analysiert seit Jahren Zeitungen aus aller Welt. Wie Jean d'Imbeval nutzt er eine bestehende Struktur: das Layout der Zeitungen. Die Komposition seiner Gemälde ist nicht zufällig, ebenso wenig wie seine Farbwahl, die – abgesehen von zwei Konstanten (Schwarz für Fotografien und Rot für Anzeigen) – willkürlich erfolgt. In seinen frühen Werken füllte Dubreuil die Flächen der Artikel mit Farben und umrandete sie anschließend, wobei die Zwischenräume weiß blieben. In seinen späteren Arbeiten haben farbige Kreuze die weißen Flächen eingenommen; nach und nach verschwindet die Struktur der Zeitung und wird durch wenige Linien ersetzt, was seinen Werken eine luftigere und grafischere Anmutung verleiht. Das Auge muss sich schulen, das Unsichtbare zu rekonstruieren.
Laut Jean d'Imbeval, auch bekannt als Jean-Claude Lahumière, der 2014 verstarb, ist der Kubus die erste Form, die aus reinem menschlichem Denken hervorgeht – ein Symbol für konstruierte Kunst. Intellektuelle und Mathematiker haben mitunter versucht, die faszinierenden Werke Jean d’Imblevals mithilfe komplexer Berechnungen zu erklären. Doch er konzipierte seine Skulpturen empirisch, ausgehend vom Würfel, der seine Forschung über Jahre hinweg prägte. Er macht die Magie des Gleichgewichts in seinen selbsttragenden Strukturen sichtbar oder das Geheimnis des Dreiecks in der Konstruktion eines massiven Würfels, der vor den Augen des Betrachters erscheint oder verschwindet und dort im Gleichgewicht vor unserem staunenden Blick existiert, der die unwahrscheinliche Magie der Schwerelosigkeit entdeckt.