Hans-Jörg Glattfelder & Martin Willing
Metaphern und Wellenbewegungen
Vom 27. Mai bis zum 9. Juli 2016
Konkrete Kunst ist bekanntlich eng mit Geometrie verbunden. Durch die Einführung nichteuklidischer Geometrie erweiterte Hans Jörg Glattfelder zweifellos den Horizont dieser Kunstform. Seine Werke basieren auf widersprüchlichen Perspektiven, die den Betrachter dazu anregen, über den Akt der Wahrnehmung selbst nachzudenken. Der von dieser neuen Geometrie beschriebene gekrümmte Raum ist nur in siderischen Dimensionen erfassbar, weshalb Glattfelder sogenannte Metaphern schafft. Mit dem Begriff der Metapher führte er einen weiteren, viel diskutierten Topos in die konkrete Kunst ein. Er behauptet jedoch, dass der Bezugspunkt der Metapher im Konkreten selbst liegt.
Martin Willing treibt seine Forschung auf die Spitze und trotzt den Gesetzen der Physik, inspiriert von natürlichen Rhythmen wie denen der Wellen. Er bearbeitet Metalle und verleiht ihnen eine einzigartige Bewegung; sie werden geschnitten, gefaltet, gebogen, oft in einem einzigen Stück. Der Wind oder eine Berührung der Hand lösen eine Wellenbewegung aus und offenbaren eine Welt, die einem Tanz gleicht. Unser Blick folgt dem Kommen und Gehen dieser geometrisch geformten Skulpturen und erlebt das Verblassen der Energie, während sie zur Stille zurückkehrt.