Kunst Paris
Nicholas Bodde, Marcelle Cahn, Jean-François Dubreuil, Siegfried Kreitner, Antoine Perrot, Yves Popet, Denis Pondruel
Vom 26. bis 29. März 2015
Liebe Freunde der Galerie,
wir haben einen befreundeten Sammler gebeten, in diesem Jahr die Kuratierung unseres Standes zu übernehmen, und hier ist das Thema, das er gewählt hat:
Die Kunst des Alltags, oder wie manche Künstler Alltagsgegenstände umfunktionieren, um ihre Werke zu schaffen.
Marcel Duchamp erhob das Alltägliche zur Kunst, indem er Gebrauchsgegenstände als solche bezeichnete. Man mag ihm mangelnde Poesie vorwerfen oder ihm gar ein „Recht auf Faulheit“ zusprechen, doch er verortet Künstler und Betrachter in einer anderen Perspektive: der des „Ready-made“. Das Alltägliche wird nicht länger einfach nur dargestellt oder interpretiert; es ist ein physischer und mentaler Bestandteil des Kunstwerks. Marcelle Cahn, Jean-François Dubreuil und Antoine Perrot verwenden alltägliche Konsumgegenstände und verleihen ihnen eine neue Dimension. Ab 1957 Marcelle Cahn (1895–1981) ihre Collagen und Scherenschnitte mit Poesie, indem sie Umschläge, Etiketten, Postkarten, Fotografien und Aufkleber verwendete. Ihre intimen und persönlichen Werke, in denen Auslöschung und Präsenz ineinanderfließen, wirken zerbrechlich und sind doch eine kraftvolle Hymne an die Fülle des Lebens. Jean-François Dubreuil (1946) schafft Gemälde nach einem unveränderlichen Prinzip, dessen Ausgangspunkt gedruckte Informationsmaterialien, vorwiegend Zeitungen, sind. Informationen werden durch festgelegte Regeln und Zufall in Farbflächen transformiert. Entscheidend ist hier nicht die Bedeutung, sondern der Raum, den die Information (Werbung, Foto, Leerraum, Artikel usw.) auf der Titelseite oder anderen Seiten einnimmt. Die Vielfalt der durch dieses einfache Prinzip erzielten Kombinationen zeugt von der Informationsflut, die uns zur Verfügung steht, aber auch von ihrer Fragilität in einer Welt des ständigen Medienkonsums. Antoine Perrot (1953) kombiniert Alltagsgegenstände und Farben. Schwämme, Besen, Strohhalme, Fäden, Schnüre, Aufkleber und andere Industrieprodukte werden zu farbenfrohen Werken arrangiert. Befreit von ihrer rein utilitaristischen Funktion, schaffen sie eine stark polychrome Vision der Konsumgesellschaft. Diese drei Künstler geometrisieren den Alltag auf jeweils eigene Weise und schaffen, ausgehend vom gleichen Thema, dennoch höchst individuelle Werke.
Jean-François Keller,
Kurator am Museum für bedruckte Textilien, Mulhouse
Auf einem anderen Teil des Standes werden wir die aktuelle Ausstellung der Galerie mit zwei deutschen Künstlern, einem Maler und einem Bildhauer, Nicholas Bodde und Siegfried Kreitner , aufgreifen und an die vorherige Ausstellung Denis Pondruel, Yves Popet (Skulpturen und Pastelle) erinnern.
Anne Lahumière und das gesamte Galerie-Team