Jean-Michel Gasquet und Jean-Patrice Rozand

Ein Treffen

Vom 21. Mai bis 4. Juli 2015

Im freundschaftlichen Dialog mit Jean-Patrice Rozand entwickelte Jean-Michel Gasquet einen skulpturalen Zugang zu seiner Malerei. In seinen weißen Werken wirken durchscheinende oder leicht graue Formen wie Totems, die aus dem Nebel emporsteigen. Diese Winkel, Halbmonde und Rauten erinnern auf eigentümliche Weise an die verschiedenen Facetten, die Jean-Patrice Rozands Skulpturen je nach Blickwinkel offenbaren. Auf den ersten Blick vermitteln Rozands Skulpturen aufgrund ihres Materials, Cortenstahl, einen Eindruck von Massivität, doch bei näherer Betrachtung offenbaren sie eine große Zerbrechlichkeit, eine beinahe ätherische Qualität, die aus einem fragilen Gleichgewicht resultiert.

Tatsächlich sind die Standfüße in Jean-Patrice Rozands Werken mitunter minimalistisch. Doch selbst wenn der Standfuß fest auf dem Boden steht, entsteht entlang der Vertikalen ein Gefühl der Instabilität, das Zerbrechlichkeit vermittelt. Obwohl das Werk zunächst eine vollere, kompaktere Form aufweist, ruht es oft nur auf wenigen Punkten, was ihm eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Genau dies ist Jean-Michel Gasquet auf die flache Oberfläche übertragen worden: Grafische Elemente offenbaren die Zerbrechlichkeit, und helle Töne auf weißem Grund unterstreichen die luftige Qualität.
Diese Ausstellung ist eine Begegnung, ein harmonischer Dialog zwischen den Werken eines Bildhauers und eines Malers.